Radio

Ö1 - Radiokolleg: Lithium aus der Andenregion (4)

Argentiniens neuer Ultra-Extraktivismus

Während in Chile zumindest versucht wird, eine "nachhaltige" Lithiumproduktion zu ermöglichen, schüttelt Argentiniens Präsident Javier Milei mit Elon Musk Hände und öffnet mit dem im Juni verabschiedeten Gesetzespaket "Ley Bases" Großinvestoren Tür und Tor für den Abbau diverser Rohstoffe, darunter Lithium.

In der Provinz Jujuy im Norden Argentiniens sorgt eine verfassungswidrige Reform für eine zusätzliche Zuspitzung der Situation: Die dortige Regionalregierung hebelt letztes Jahr die Paragraphen, die bisher die Indigenen Völker geschützt haben, aus. Indigene Gebiete können so zu Spottkonditionen an ausländische Unternehmen verkauft werden. Die Comunidades der Region organisieren sich - und gehen dafür bis zum Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen nach Genf.

 

Contragolpes - Perspektiven zu Lateinamerika

Contragolpes ist ein Podcast der freien Journalisten Frederic Schnatterer und Nils Heidenreich. Regelmäßig ordnen sie hier politische Ereignisse in Lateinamerika für ein kritisches deutschsprachiges Publikum ein – Wahlen, Protestbewegungen, Krisen und geopolitische Verschiebungen werden nicht isoliert betrachtet, sondern in Ursachen und Folgen analysiert. Contragolpes versteht Politik als Konfrontation und sucht Gegenschläge: gegen den Rechtsdruck in Lateinamerika, gegen imperialistische Interventionen, Autoritarismus, Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung.

FDCL/NPLA: Vaca Muerta - Zwischen Erlösungsmythos und Umweltzerstörung

Die Förderung von Erdgas mittels Fracking im südargentinischen Vaca Muerta boomt. In Zukunft will Argentinien das Gas in verflüssigter Form auch exportieren, beispielsweise nach Deutschland. Die „unkonventionelle Fördermethode“ Fracking bringt jedoch Zerstörungen mit sich. Neben Umweltschäden führt sie zu Erdbeben. So in der Gemeinde Sauzal Bonito. Von dort berichtet der Anwohner Andrés Durán, der sich seit Jahren gegen Fracking einsetzt. Andere, so der Ökonom Gonzalo Echegaray, sehen vor allem die Aussichten auf Entwicklung, die mit der verstärkten Erdgasförderung einhergehen. Fernando Cabrera von der NGO Observatorio Petrolero Sur dämpft die Erwartungen allerdings. Er nennt Vaca Muerta einen „Erlösungsmythos“.

NPLA - Radio Onda: Kolumbiens brüchiger Frieden: Ex-FARC-Kämpfer*innen zehn Jahre nach dem Friedensabkommen

Knapp zehn Jahre sind seit dem Friedensschluss zwischen FARC-Guerilla und der kolumbianischen Regierung vergangen. Bis heute leben in Pondores im Departamento La Guajira ehemalige Kämpfer*innen, die ihre Waffen damals für die Hoffnung eintauschten, wieder ins zivile Leben zurückkehren zu können. Doch viele der gemachten Versprechungen wurden nicht eingehalten. Und unter der neuen Rechtsregierung von Abelardo de la Espriella droht eine weitere Verschlechterung der Lage. 

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